Für die Klangeigenschaften
ist aber nicht nur der absolute Silber- oder Goldgehalt einer Legierung
entscheidend, sondern es spielen auch viele andere Faktoren eine wichtige
Rolle:
1. Das Kristallgefüge:
Durch das Ziehen des Rohres wird das kristalline Gefüge einer Gold- oder
Silberlegierung verformt. Es kommt dadurch zu einer beträchtlichen Verhärtung
des Metalles. Erwärmt man das Rohr wieder (ausglühen), kommt es zu
einer Rekristallisierung. D.h. das Metall wird wieder bleibend weich und es
bilden sich die ursprünglichen Kristalle wieder. Früher war dieses
"Ausglühen" des
Rohres eines der Geheimnisse des Flötenbauers, war es doch unmöglich
die Metallstruktur sichtbar zu machen. Heute kann man mit mikroskopischen Untersuchungen
und Härteprüfungen genaue Aussagen über die thermische und mechanische
Bearbeitung einer Legierung machen.
2. Die Legierung:
Von den Herstellern wird meistens nur die grobe Formel für die Legierung
angegeben, wie z.B. Ag 925 oder Au 14ct. Zusätze im Promillebereich, die
aber die Schwingungseigenschaften einer Legierung maßgeblich beeinflussen,
werden nicht angegeben. (So kann z.B. die Zugabe von Germanium oder Silicium
in 24ct Gold zu einer beträchtlichen Härtesteigerung führen.)
Durch moderne Analyseverfahren ist es heute möglich die Auswirkungen solcher
"Beimengungen" genau zu definieren und so auch die Klangqualität
zu steuern.
3. Neue Legierung:
Als besonders gut hat sich bei unseren Experimenten ein 22ct Gold erwiesen.
Diese Legierung, die nur aus Gold und Silber besteht und der kein Kupfer
zugefügt wird, vereint die positiven Klangeigenschaften von Gold und
Silber.
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