Über den Bau eines Kopfstückes:
Dass man alleine mit computergestützten Maschinen
keinen erstklassigen Kopf bauen kann, weiß man schon länger.
Dass man durch überwiegende Handarbeit keine Konstanz in der Produktion
erreichen kann, ist auch bekannt.
Das Geheimnis ist nicht ein "entweder-oder", sondern die intelligente
Kombination von Handarbeit und modernen Produktionsmethoden.
So werden bei
mir Stereolithographie für Prototypen sowie CNC-Fräsen für den
Kopfstückbau und auch optische Messverfahren für die Qualitätssicherung
und Konstruktion eingesetzt. Zusätzlich fließen jedoch auch der
gute Blick und das Gehör eines Kopfbauers in die Herstellung ein, um die
Wünsche des Flötisten zu realisieren.
Über den Kauf eines Kopfstückes:
Beim Kauf eines Kopfstückes sollte man drei
Schritte, und dabei vor allem ihre Reihenfolge, beherzigen.
Man geht ähnlich vor wie beim Kauf von Schuhen:
1. Bestimmung der Schuhgröße.
2. Charakter (sportlich oder elegant).
3. Farbe.
Übertragen auf den Kauf eines Querflötenkopfstückes
bedeutet das:
1. Form der Mundplatte plus
Position und Größe des Mundloches.
2. Material des Flötenkopfes und Mundlochform.
3. Ausarbeitung des Mundloches (Beschaffenheit der Mundlochkanten).
Der häufigste Fehler, der beim Kopfstückkauf
gemacht wird, wird jetzt offensichtlich: Die/der FlötistIn beginnt
mit Punkt 3, sie/er sucht das Kopfstück nach der Tonqualität
aus, ohne sich bewusst zu sein, dass eine "falsche Schuhnummer" (eine
unnatürliche Position des Kiefers) ständig zu hohem Übeaufwand
und Verkrampfungen führen wird. Es ist doch viel klüger zur
Anatomie des Spielers die passende Geometrie einer Mundplatte zu wählen
und sich die Tonqualität vom Flötenbauer anpassen zu lassen.
Das Ergebnis ist auf jeden Fall ein entspannteres
Musizieren. |